Winzerglühwein aus dem Aldi Süd

Nach dem Hot World Glühpunsch von KATLENBURGER, den ich Freitagnacht während des wilden Marathonbackens mit I. K. und S. K. verkostet habe, durfte ich am Montagabend in kleiner Runde ein echtes Glühweinschnäppchen probieren: den Winzerglühwein vom Discounter Aldi Süd. Dieser auf einem kräftigem Rotwein aus der Rebsorte Dornfelder basierende, eher traditionelle Glühwein erwies sich als echte Überraschung und heimste souverän fünf von fünf Schneckenhäuschen ein. Aber ich greife vor …

Den Winzerglühwein gab es am Montag, dem 2. Dezember 2013, für 1,99 € im Angebot. An dem Tag hatte ich leider keine Zeit für Einkäufe und habe das sehr bedauert, da das Wort »Winzer« im Zusammenhang mit Glühwein mein Herz schneller schlagen ließ. Auch die Tage darauf waren vollgestopft mit Terminen. Es sah so aus, als hätte ich den Glühweingenuss des Jahres verpasst. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich eine Woche darauf Besuch bekam und dieser gleich drei Flaschen des begehrten Getränks mitbrachte. Außer mir übrigens alles erprobte Bierfreunde, die den Glühwein hauptsächlich mir zuliebe besorgt hatten. Ich wusste natürlich, was ich meinen Gästen schuldig war, stellte eilends ein paar Plätzchen auf den Tisch und machte mich daran, die Flaschen zu öffnen, um deren Inhalt in einem großen Topf sanft zu erhitzen. Die 0,75-Liter-Flaschen selbst machten nicht viel her, das vordere Etikett hätte auch von einer Flasche vom Bauernmarkt stammen können. Was ich durchaus als angenehm empfand, wirkte das Produkt dadurch doch gleich viel »authentischer«. Mir war natürlich bewusst, dass dies eine Marketingmasche war. Und dennoch … Bei mir hat es gewirkt. Während des Erhitzens studierte ich aufmerksam das Etikett auf der Rückseite der Flasche: »Deutscher Winzerglühwein. Aromatisiertes weinhaltiges Getränk. Dieser Winzerglühwein aus Dornfelder Trauben wurde nach einem ausgewählten Rezept hergestellt. Verfeinert mit erlesenen winterlichen Gewürzen ist er, leicht erhitzt, der passende Genuss zur kalten Jahreszeit.«

Auch dieser Glühwein enthält Sulfite, ohne geht es scheinbar nicht. Mit diesem Thema werde ich mich im Laufe der Glühweinwoche noch intensiver beschäftigen. Nähere Angaben über die enthaltenen Gewürze oder die prozentualen Anteile der einzelnen Ingredienzien bot das Etikett nicht. Allerdings erfuhr ich, dass der Winzerglühwein einen Alkoholgehalt von 12,5% vol. hat und so rechneten wir alle ein wenig damit, einen echten Schädelspalter trinken zu dürfen. Weit gefehlt! Nicht nur die tiefdunkle, rubinrote Farbe mit violetten Reflexen – typisch für Dornfelder Trauben – und der angenehm würzige Geruch dieses Glühweins kamen in unserer fünfköpfigen Probierrunde gut an, auch sein Geschmack konnte rundum überzeugen: Angesiedelt zwischen halbtrocken und trocken, mit einem intensiven Fruchtaroma von Sauerkirsche, Brombeere und Holunder schmeckt der Winzerglühwein angenehm kräftig, gehaltvoll und harmonisch. Er passt sehr gut zu süßen Plätzchen, noch besser aber zu feinem Käsegebäck und ist damit eine willkommene Abwechslung in dieser an Naschwerk überladenen Jahreszeit. Muss ich noch mehr sagen? Vielleicht noch dies: Ich konnte gestern einige Flaschen für mein Plätzchenknabbern ergattern. Und Kopfweh hatte am Tag nach dem Glühweingenuss auch keiner von uns.